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Pforzheimer Zeitung 04. Oktober 2010
 
Ensemble La Rondena beim Kulturbeutel in Wimsheim
Flamenco und Poesie bot das Ensemble La Rondena beim Kulturbeutel in Wimsheim
 
 
WIMSHEIM. Die Wimsheimer Kulturbeutel haben, wenn es um Kultur geht, ein Händchen für Außergewöhnliches. So auch mit der Verpflichtung des Ensembles „La Rondena“, das nun im Alten Schulhaus gastierte.
 
Geboten wurde traditioneller Flamenco, gekoppelt mit deutscher Poesie. Dabei stellte die fünfköpfige Truppe ihre persönliche Interpretation der überlieferten Flamencokunst vor. Stets die Wurzeln des Flamencos respektierend, griff die Gruppe um Flamenco-Tänzerin Alexandra Rateike deutsche Traditionen auf und verwebte diese mit den klassischen Strukturen des Tanzes.

Dabei ließ „La Rondena“ deutsche Übersetzungen einiger Flamencostrophen in lyrischer Weise in die Musik einfließen, verbunden wurden dabei pfiffig Flamencogesang und -tanz mit Werken deutscher Dichter und Schriftsteller wie Hermann Hesse oder Bertolt Brecht.

Aber auch Dadaismus im Rhythmus der Antikunst griff Joachim Erk auf, der in Wimsheim immer wieder durch sein Gitarrenspiel und seinen Gesang das Publikum begeisterte. Da fehlte auch „Mein kleiner grüner Kaktus“ nicht.

Überhaupt waren die Besucher von der Detailarbeit des deutschen Flamenco-Ensembles aus Monakam tief beeindruckt. Denn es waren die Gesichtszüge, die Mimik und Gestik, die Ernsthaftigkeit mit der Tänzerin Rateike der Flamencokunst bis in ihre Fingerspitzen gerecht wurde. Und auch ihr Gesang faszinierte.

„Wir sind das einzige Flamenco-Ensemble, das deutsche Texte singt, das sorgt für Überraschungseffekte“, weiß Flamenco-Gitarrist Robert Rateike, der für Komposition und musikalische Bearbeitung sorgt, während seine Frau für die Choreografie und die künstlerische Leitung zuständig ist.

„Flamenco-Gitarrist zu sein ist, als wenn man vorher als Gitarrist einen Fiat gefahren hätte und nun einen Ferrari. Die Unterschiede zum normalen Gitarrenspiel sind unglaublich groß“, verriet Robert Rateike in der Pause.

Genauigkeit und viel Rhythmusgefühl wurde aber auch Anabelle Wagner, die für die Palmas sorgt, abverlangt. Palmas bezeichnet im Flamenco das rhythmische Klatschen, das besonders schwer ist, wenn noch ein Gegenklatschen hinzukommt. Es ist eben Leidenschaft, die im Tanz, im Gitarrenspiel, im Gesang oder beim Erzählen über die Kunst des Flamencos, die Marlies Diekow beschrieb, die das Wimsheimer Publikum wieder und wieder in den Bann zog.

So dass dem deutschen Flamenco-Ensemble, das viele für ein spanisches hielten, Zugaberufe sicher waren. Dass es ein echter spanischer Abend wurde, dafür sorgten auch die Kulturbeutel mit spanischem Rotwein und Tapas.

 

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